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Von den sieben Inseln der Kanarischen Inseln ist La Gomera diejenige, auf der die Gewohnheiten und Traditionen am Ursprünglichsten erhalten wurden.

Tradiciones de La Gomera

Die Folklore von La Gomera weist innerhalb der Folklore der Inselgruppe eine Besonderheit auf: der „Trommeltanz” (baile del tambor), ein uralter Gesang und Tanz, einzigartig in der hispanischen Welt, aufgrund der uralten Zusammenstellung von gesungenen Romanzen mit dem Tanz, der in gegenüberliegenden Reihen stattfindet und der typisch für die Musik und die Choreografie der Insel ist. Der Gesangestext besteht aus Epen, in denen eine vollständige Erzählung veranschaulicht wird.

Der Ablauf des Tanzes ist ganz einfach. Mehrere Sänger mit ihren jeweiligen Trommeln und mehrere Personen, die chácaras spielen, versammeln sich. Dann beginnt der vordere Sänger, einen achtsilbigen Vers zu singen, der sich mit dem eigentlichem Epos reimt. Dieser wird oft aufgrund des Anlasses erfunden. Von den restlichen Trommelspielern, die Frauen sein können, wird er wiederholt. Heute existieren zwei Arten von Versen: der achtsilbige Epos, der als kanarischer Volkstanz (tajaraste) gesungen oder vorgetragen wird oder aus der sogenannten Puntos cubanos, einer Dezime (zehnzeilieger, jeweils aus acht Silben bestehender Vers), die von der Gitarre oder der Laute begleitet werden. Bei beiden Versarten handelt es sich hauptsächlich um Erzählungen von Legenden oder historischen Ereignissen. Unter letzteren sei die Geschichte des Grafens (Historia del Conde) zu nennen. Malagueñas, Isas, Folías, sind weitere typische Tänze, die jedoch auf den restlichen Kanarischen Inseln ähnlich sind. Sie bestehen aus Gesängen und Tänzen, die von Saiteninstrumenten, wie timple (kleine Guitarre mit hohen Klängen), Gitarren und Bandurrias, begleitet werden. Das älteste und typischste Beispiel zur Veranschaulichung von typischer Musik aus La Gomera ist der tajaraste.

Tradiciones de La GomeraSowohl die Tänzer als auch die Musiker sind fähig, den tajaraste stundenlang, auf eine Art und Weise, die an primitive Tänze erinnert, zu verlängern. Dieser Tanz besteht aus regen Bewegungen zu den Rhythmen der Trommel und der chácaras, hohle Perkusionsinstrumente, normalerweise aus Maulbeerbaumholz, die an beiden Handgelenken gebunden werden und einen eigentümlichen Klang haben. Gleichzeitig wiederholt ein Chor einen Satz oder achtsilbigen Vers nach dem Einsatz eines Solisten. Aufgrund der eigentümlichen Betonung ist es Fremden praktisch unmöglich, die beim „Trommeltanz” gesungenen Texte zu verstehen. Diese handeln meist von Unglücken und Hungerzeiten, werden jedoch mit dem schelmisch verschmitztem Humor der Einheimischen gesungen. Der Mann tanzt und betätigt gleichzeitig die chácaras, im Gegensatz zu den Frauen. Der Tanz wird bis zum Ende des Epos fortgeführt. Solange er nicht endet, können die Tänzer jederzeit ausscheiden oder sich eingliedern. Ihre Ausdauer und die ihrer Partnerin stellen die einzige Einschränkung dar. Diese Elemente schaffen eine eigentümliche Atmosphäre innerhalb der Inselfolklore, die immer noch spontan aufkommt bei Volksfesten, die auf Bergen und Tälern gefeiert werden. Nennenswert ist das Fest zu Ehren der Jungfrau Candelaria (Vírgen de Candelaria) in Chipude, sowie die Feste der Jungfrauen Sta. Rosa de Lima, in Las Rosas und Nuestra Señora de Lourdes, in El Cedro. Typisch für diese Feste ist auch die Gestaltung des Blumenstraußes, der dem Schutzheiligen als Gabe angeboten wird. In Bezug auf die, in La Gomera typische, Volkstracht ist zu erwähnen, dass die der Frauen aus einem weißen Unterrock besteht, der auf der Rückseite mit Tradiciones de La Gomerarotem Band abgesteppt ist, einem roten Volant und darüber ein blauer, mit gelben Margariten bestickter Wollrock. Das Oberteil besteht aus einer weißen Bluse mit einem schwarzem Mieder, sowie weiterem Zubehör, wie z. B. das gelbe Tuch und der blau abgesteppte Strohhut. Als Schuhwerk dienen schwarze Stiefel. Die Reihenfolge, in der die Unterbekleidung der Frauen angezogen wird, kann je nach Inselgebiet unterschiedlich sein. Die Männer tragen knöchellange Hosen, weiße Hemden, schwarze Westen und rote Schärpen und als Schuhwerk, Stoffschuhe und Strümpfe.