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Die Art und Weise, die Wohnstätte zu bauen, die Felder zu bestellen, die verschiedenartigen Haushaltsuntensilien und Landwirtschaftsgeräte herzustellen, die sich in den verschiedenen Handwerkskünsten wiederspiegelt, die Nahrungsmittel, die Pfeifsprache, der Trommeltanz (baile del tambor), die Romanzen, die Legenden, die Volksmedizin und alles, was ihre Lebensweise beinhaltete veräußert sich in einer sehr eigentümlichen Volkskultur.

Artesania de La Gomera

Das, was wir heute Handwerkskunst nennen, diente dazu, die Bedürfnisse der Bewohner der Insel mit den eigenen, vorhandenen Rohstoffen zu decken. Aus dem Holz werden Dekorationsegenstände wie Löffel, queseras (Utensil zur Herstellung von Käse), Mörser und chácaras (kastagnettenähnliche, jedoch größere und hohlere Perkusionsinstrumente) sowie weitere Dekorationsartikel hergestellt. Diese Utensilien werden aus Holzarten einheimischer Bäume des Lorbeerwaldes (indische Persea, Heidekrautbaum), sowie aus eingebrachten Arten wie Walnuss- Kastanien und Maulbeerbaum erarbeitet. Aus den, aus Bananenstauden entnommenen, Fasern werden Blumen, Schmuckkästen, Tischgestecke, Brotkörbe, usw. angefertigt. Ebenso werden auch aus Palmenwedeln verschiedenartige kunsthandwerkliche Gegenstände erzeugt. Die Korbmacherei ist sehr vielseitig, was Formen und MaterialIen angeht, wobei Korbweide und Rohr am Häufigsten sind. In den traditionellen Webereien werden noch heute Teppiche, Tuchwaren, Bettdecken und Ähnliches aus alten Stoffresten und Baumwollstoffen gewebt. Das beste Beispiel dafür finden Sie im Centro de Visitantes Juego de Bolas.

Artesania de La GomeraVon allen Kunsthandwerken ist die Keramik besonders hervorzuheben, die seit der Zeit der Ureinwohner handwerklich, ohne Töpferscheibe hergestellt wird. Die Keramik wird aus Ton, Sand und Rötel, in mittelhohen Gebieten vorhandene Materialien, erzeugt. Der Herstellungsprozess ist relativ einfach, jedoch erfordert er Zeit und Sorgfalt. Nach der Formgestaltung des herzustellenden Gefäßes (Teller für Kartoffeln, Wasserkrügen, Melkeimer…) wird es getrocknet und in den Holzbackofen geschoben. Die dadurch entstehende Farbe ist hellbraun, aufgrund der vorhandenen Rötel. Im Gegensatz dazu, ist das Farbergebnis beim Töpfern auf anderen Inseln dunkelbraun bis schwarz. Aufgrund ihres rudimentären Aussehens und ihrer Tradition sticht die Keramik aus Chipude und El Cercado hervor.

Außer diesen Handwerkskünsten, die am typischsten sind, finden sich weitere Aktivitäten, wie Häkeln, Sticken, Spitzenarbeiten, Verarbeitung von Tierfellen und Leder, Seilen, Seide und Wolle, unter anderen. Auf La Gomera konzentriert sich das Kunsthandwerk auf das nördliche Gebiet, wobei in Vallehermoso die meisten Kunsthandwerker zu finden sind.

Artesania de La GomeraJährlich finden in La Gomera verschiedenartige Kunstmessen, Folklorefeste, Landwirtschaftsmessen usw. statt, auf denen das Kunsthandwerk der Insel gefördert wird. Besonders nennenswert ist die Inselmesse des Kunsthandwerks (Feria Insular de artesanía), die in San Sebastián abgehalten wird. Dort treffen sich sowohl Kunsthandwerker aus La Gomera als auch der restlichen Inseln. Dieses Ereignis wird durch weitere Kulturzeichen, wie die Pfeifsprache und der Auftritt von Folkloregruppen, begleitet.

Die Inselverwaltung (Cabildo) koordiniert die Messen und Veranstaltungen und beteiligt sich teilweise an der Finanzierung der, durch den Ausstellungsort und seiner Dekoration verursachten, Kosten sowie an den Kosten für Transportmittel. Ebenso nimmt die Inselverwaltung die Aufgabe der Repräsentation durch ihre Verantwortlichen während der Ereignisse wahr. Gleicherweise wird auf Touristikmessen und gelegentlich auf Berufstagungen das kanarische Kunsthandwerk durch Kunsthandwerker, die vor Ort ihr Handwerk zeigen, repräsentiert. Ihr Ziel dabei ist es, den zukünftigen Besuchern diese Kulturzeichen als ein weiteres Urlaubsangebot anzubieten und auf diese Weise Propaganda auf der Messe zu verbreiten. Normalerweise werden auf diesen Messen die Pfeifsprache und Folklore vorgestellt.